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Toscolano Maderno
Die Gemeinde Toscolano Maderno vereint zwei Ortschaften, die bis 1928 getrennt waren: Maderno und Toscolano. Zwei Gemeinschaften mit unterschiedlichen Traditionen und Kulturen, ab und an durch offene Auseinandersetzungen gekennzeichnet.
Neben der Papierherstellung basierte die Wirtschaft vor Ort der letzten Jahrhunderte auch auf der Landwirtschaft und insbesondere auf dem Zitronen- und Olivenanbau. Im neunzehnten Jahrhundert belegten Toscolano und Maderno den zweiten Rang in der Herstellung von Zitronen, gleich nach Gargnano und vor Limone. Heute verbleibt nur noch der Olivenanbau, während die Zitronenproduktion vollkommen aufgegeben wurde.
Es scheint, dass die Zitronen schon im XIII. Jahrhundert in unserem Gebiet präsent waren. Der Venezianer Marin Sanuto schrieb im Jahre 1483 bei seiner Durchfahrt durch Maderno: “Hier gibt es eine unendliche Fülle von Zitronen-, Apfelsinen- und Apfelgärten...”, während Silvan Cattaneo 1550 Maderno als einen Ort von “sehr schönen Häusern, mit anmutigen Zitronatzitronen-, Apfelsinen- und Zitronengärten geschmückt und allesamt über Brunnen bewässert...” beschrieb.
Die Wahrnehmung, die der Reisende von einst bei seiner Durchfahrt durch Maderno und Toscolano empfand, musste somit gänzlich anders sein als die heutige, die vorwiegend städtischer und touristischer Prägung ist. Die beiden kleinen Ortschaften waren in einer vorherrschenden, blühenden Agrarlandschaft bestehend aus Gewächshäusern für Zitronenbäume, Olivenhainen, Lust- und Gemüsegärten, Anbaufeldern und Grünflächen eingebettet. Eine einzige Straße, eng und kaum befahrbar, verband sie miteinander, sich windend durch kleine Gassen und von hohen Steinmauern umgebene Gärten, und das Tal von Toscolano bildete mit seinen Papiermühlen den einzigen Punkt, an dem zwei sonst unterschiedliche und klar umrissene Gemeinden aufeinandertrafen.


































































































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